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Solinger Schicksale 1933-1945

Solinger Schicksale 1933-1945

Colage Personen Schicksale

„Man soll mich nur nicht vergessen!" schreibt Artur Deichmann in seinem letzten Brief vor seiner Erschießung am 14. September 1944. Für die Aussage „Der Krieg ist verloren, dass weiß Hitler auch." wurde der Luftwaffensoldat zunächst zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf Befehl Görings wird das Urteil jedoch aufgehoben und Deichmann von einem Feldgericht der Luftwaffe zum Tode verurteilt.

Diesen Satz begreift das Stadtarchiv Solingen als Leitmotiv, um 60 Jahre nach Kriegsende mit der Veröffentlichung von Schicksalen Solinger Bürger in den Jahren 1933 bis 1945 im Internet zu beginnen.

Im Mittelpunkt der biographischen Skizzen stehen die Verfolgungen durch das nationalsozialistische Unrechtsregime. Opfer des Nationalsozialismus sind dabei nicht nur diejenigen, die durch die Verfolgung ihr Leben verloren, sondern auch die, deren ganze Lebensplanung zerstört wurde, die unter unsäglichen Bedingungen überlebten oder die die erlittenen körperlichen und seelischen Verletzungen nie verwunden haben. Besonders sie werden das Ende des Krieges und der NS-Diktatur als Befreiung empfunden haben.

Die vorgestellten Lebensläufe sind ein erster Einblick, wie schnell und für welche „Taten" Einwohner unserer Stadt ins Visier des nationalsozialistischen Unterdrückungsapparates geraten und gnadenlos verfolgt werden konnten. Es wird ein Bogen geschlagen vom politischen Widerstand der Kommunisten und Sozialdemokraten über die religiös motivierte Regime-Gegnerschaft von Christen (Katholiken, Protestanten, Zeugen Jehovas) bis zur „alltäglichen" Verweigerung Einzelner, die z.B. durch das „Abhören feindlicher Sender" in die Mühlen des NS-Verfolgungsmaschinerie gerieten. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von den ersten Verhaftungen im Februar / März 1933 bis zur Vollstreckung von Todesurteilen im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges.

Colage Stolpersteine

Die Aktion "Stolpersteine" erinnert an die vom nationalsozialistischen Unrechtsregime verfolgten und ermordeten Solinger Bürgerinnen und Bürger. Ihre Schicksale können in den biographischen Skizzen nachgelesen werden, die mit einem kleinen "Stolperstein" Stolperstein gekennzeichnet sind. Das Vermessungs- und Katasteramt bietet in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv eine Solinger Stadtkarte mit der geografischen Lage der Stolpersteine sowie Photos an ("GEOportal").

Das Stadtarchiv wird die Präsentation von weiteren Schicksalen Solinger Opfer des Nationalsozialismus in den nächsten Jahren kontinuierlich fortsetzen. Grundsätzlich werden dabei alle Personen, die in Solingen geboren oder in den Jahren zwischen 1933 und 1945 in Solingen lebten, als „Solinger" behandelt. Aber auch diejenigen Menschen, für die Solingen erst nach 1945 zu ihrer (zumindest zeitweisen) Heimat geworden ist, auch wenn ihr Verfolgungsschicksal, ihr Geburtsort oder ihr Lebensmittelpunkt bis zum Kriegsende nicht in Solingen gelegen hat, werden berücksichtigt.

 

Literaturhinweis

  • Krause, Manfred (Hg.):
    „...dass ich die Stätte des Glückes vor meinem Tode verlassen müsste".
    Beiträge zur Geschichte jüdischen Lebens in Solingen
    Solingen 2000
  • Sbosny, Inge / Schabrod, Karl:
    Widerstand in Solingen.
    Aus dem Leben antifaschistischer Kämpfer
    Frankfurt/Main 1975
  • Schulte, Armin:
    „Es war so schwierig damals zu leben."
    Ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene in Solingen 1939-1945
    Solingen 2001

 

 

Stand: 10.5.2012

Biographische Skizzen von Solinger Opfern des Nationalsozialismus




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